| Nürnbergs Migrationsgeschichte sammeln, sortieren und zeigen
Schüler-Ausstellung
Ein Denkwerk-Projekt der Robert Bosch Stiftung
„Als Schüler kommen und als Forscher gehen“ lautet das Motto des Programms „Denkwerk“ der Robert-Bosch-Stiftung, die damit Projektpartnerschaften zwischen Wissenschaftlern, Lehrern und Schülern fördert. Maßgebliche Unterstützung erfährt das Vorhaben zudem durch das Museum Industriekultur Nürnberg sowie das Stadtarchiv Nürnberg.
Im Rahmen des Projekts beschäftigten sich die Klassen 9a, 9b und 9d des Johannes-Scharrer-Gymnasiums sowie die Klasse 9c der Peter-Henlein-Realschule im Schuljahr 2011/12 mit den unterschiedlichen Zuwanderergruppen, die nach 1945 nach Nürnberg kamen. Unter Anleitung ihrer Geschichtslehrkräfte sowie von Wissenschaftlern der Universität Erlangen-Nürnberg setzten sie sich mit dem Thema der Zuwanderung nach Nürnberg sowie dem Alltag der hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund auseinander. Zudem lernten sie Text-, Bild- und Sachquellen wissenschaftlich auszuwerten, aufzubereiten und zu präsentieren.
Bei einer Schülertagung an der Universität Erlangen-Nürnberg sowie bei Führungen, Workshops und Unterrichtsstunden von Wissenschaftlern und studentischen Tutoren der Universität Erlangen-Nürnberg erhielten die Schüler zunächst Einblick in das Thema sowie in die Aufgaben von Archiven und Museen. In einem überschaubaren Rahmen erprobten sie anschließend selbst die Tätigkeit von Archivaren und Museumswissenschaftlern: Sie sammelten Informationen, Schriftstücke, Bilder, Tondokumente, Filme und Objekte von Zuwanderern und Menschen mit Migrationshintergrund. Anschließend erfassten und untersuchten sie das gesammelte Material nach wissenschaftlichen Kriterien, wobei sowohl dessen Herkunft, Funktion, Bedeutung als auch der kulturelle Kontext detailliert festgehalten wurden. Anschließend erstellten die Schüler Präsentationen für eine dokumentarische Ausstellung, die vom 29. Juni bis 22. Juli 2012 im Museum Industriekultur Nürnberg zu sehen sein wird.
Die Schau wird sowohl die Fundstücke als auch die aufbereiteten Forschungsergebnisse der Schüler präsentieren. In diesem Zusammenhang bietet sie den Besuchern Einblicke in die Zuwanderung nach Nürnberg und zeigt, wie Migranten ihre persönlichen Erinnerungen mit dem Leben und dem Alltag in der neuen Heimat verbinden. Soweit wie möglich gehen die gesammelten Materialien anschließend in den Bestand des Stadtarchivs Nürnberg bzw. des Museums Industriekultur Nürnberg über. Sie sollen dort für Forschungszwecke und spätere Ausstellungen zur Verfügung stehen.
Den umfangreichsten Projektbeitrag leisteten die Klassen 9a und 9d des Johannes-Scharrer-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Dr. Elke Mahler. Sie sammelten sowohl bei Freunden und Bekannten als auch bei Mitschülern aller Jahrgangsstufen Materialien und führten ausführliche Interviews mit fünf Zeitzeugen unterschiedlicher Zuwanderergruppen. Die Schüler werteten die mitgebrachten Quellen sorgfältig aus und erstellten dazu Plakate sowie abwechslungsreiche Texte, die zugleich Einblicke in die Sichtweise von Schülern auf die Zuwanderungsthematik eröffnen. Zusätzlich verfassten die beiden Klassen eine umfangreiche Projektzeitung, die den Ausstellungsbesuchern zur Mitnahme bereitstehen wird.
Die Klasse 9c der Peter-Henlein-Realschule konzentrierte sich mit ihren Lehrkräften Christoph Leikam und Simone Lotter auf das Sammeln von Dokumenten, Bildern und Gegenständen der Nürnberger Migrationsgeschichte. Nach der Inventarisierung verfassten die Schüler ebenfalls Objekttexte zu den verschiedenen Quellen.
Die Klasse 9b des Johannes-Scharrer-Gymnasiums beschäftigte sich mit ihrem Lehrer Michael Veeh intensiv mit dem Thema „Asyl“. Sie bekam die Gelegenheit, unbegleitete Flüchtlingsjugendliche - Schüler einer Sprachintegrationsklasse von der Beruflichen Schule 5 - nach ihren Flüchtlingsgeschichten, ihren Erinnerungen und ihren Erfahrungen im Alltag in Nürnberg zu befragen. Diese Gespräche wurden für die Ausstellung ausgewertet und anschaulich aufbereitet.
Tipp: Für Schulklassen ab der 8. Jahrgangsstufe bietet der Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte der Universität Erlangen-Nürnberg ein museumspädagogisches Begleitprogramm in der Ausstellung an. Für weitere Informationen sowie die Buchung von Terminen wenden Sie sich bitte an den Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte der Universität Erlangen-Nürnberg, Tel. 0911 / 5302-584; E-Mail: didgesch@ewf.uni-erlangen.de.
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Einführungsvortrag für die Schüler an der Universität
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Erman Erol erzählt den Schülern von seiner Arbeit mit Migranten in der Villa Leon.
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| Schüler der Kl. 9a des Johannes-Scharrer-Gymnasiums Nürnberg bei der Recherche |
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Schüler der Kl. 9c der Peter-Henlein-Realschule im Stadtarchiv Nürnberg
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Schülergruppe der Kl. 9a des Johannes-Scharrer-Gymnasiums bei der Präsentation eines Fotos
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| Schülerinnen der Kl. 9 d des Johannes-Scharrer-Gymnasiums bei der Vorstellung eines Objekts in der Ausstellung „Dageblieben“ |
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Zeitzeugengespräch mit Edeltraud Löw, die während des Zweiten Weltkriegs aus Oberschlesien fliehen musste. Foto: Dr. Elke Mahler, Johannes-Scharrer-Gymnasium Nürnberg
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Das Plakat dokumentiert die Zuwanderungsgeschichte von Rino Pannerale, der als Gastarbeiter nach Nürnberg kam. Foto: Dr. Elke Mahler, Johannes-Scharrer-Gymnasium Nürnberg
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| Nina Reisch vom Johannes-Scharrer-Gymnasium bei der Übergabe von Erinnerungsstücken, die ihre Familie aus Tallinn mitgebracht hat. Foto: Dokumentationsgruppe der Klassen 9a und 9d des Johannes-Scharrer-Gymnasiums Nürnberg
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